Adenauer und der erste Verrat an Deutschland nach dem Krieg

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Adenauer und seine Mitschuld am Bau der Mauer 1961

Soldat wirft Waffe weg an der Berliner Mauer

Hallo Freunde,

war es nun weise Voraussicht oder ein Verrat an Deutschland, was man Adenauer und seiner Politik, anlasten, vorwerfen oder ihm gutschreiben sollte?

Geht man nach den Aussagen von Organisationen, wie der „Adenauer-Stiftung“, oder seiner Parteigenossen, war er ein untadeliger Held, der mit seiner vorausschauenden Politik den Grundstein für ein florierendes (West-) Deutschland gelegt hat.

Doch es gibt auch zunehmend mehr Kritiker, die der Meinung sind, er habe Chancen verpasst und zumindest Teile der deutschen Bevölkerung verraten.
Während man nach beinahe 70 Jahren natürlich leicht darüber debattieren kann, was wäre wenn …, sollte man nicht vergessen, dass es selbst zu Adenauers Zeiten nicht wenige Kritiker seiner intoleranten und mit einer gehörigen Portion Starrsinn verbundenen Politik gab.

Worauf will ich aber jetzt eigentlich hinaus ?

Es geht natürlich um den 1952 als „Stalin-Note“ bekannt gewordenen Vorschlag des sowjetischen Staatsführers, der die Zukunft Deutschlands regeln sollte.

Stalin schlug unter anderem vor, Deutschland möge ein neutraler Staat werden, aus dem sich ALLE Alliierten innerhalb eines Jahres zurückziehen und dem sogar eine Wiederbewaffnung zum eigenen Schutz zugebilligt werden solle.

Das hört sich vernünftig an, vor allem, wenn man bedenkt, dass der von Deutschland verursachte und verlorene Zweite Weltkrieg erst sieben Jahre zurücklag und seine Auswirkungen in Europa noch deutlich sichtbar und in den Köpfen der Menschen spürbar waren.

Die westlichen Siegermächte lehnten diesen Plan ab. Besonders die Amerikaner hatten bereits andere Vorstellungen von der Rolle Deutschlands in der Nachkriegszeit. Zwar war Frankreich – aus guten Gründen – gegen eine Wiederbewaffnung Deutschlands und auch Groß Britannien fürchtete ein Erstarken Deutschlands, aber beide Staaten waren durch die Kriegseinwirkungen geschwächt. Das traf auf die USA nicht zu, so konnten sie ihren Einfluss in Deutschland und Europa enorm erweitern und ihre Ziele durchsetzen, die eine Bewaffnung Westdeutschlands und eine Einbeziehung in die westliche Militärstrategie beinhalteten.

Denn längst war die Sowjetunion vom einstigen Verbündeten gegen Hitler zum Feind Nr. 1 geworden.

Hammer-und-Sichel an einer Mauer

Adenauer lehnte den Vorschlag Stalins dann auch rundweg ab.
Ihn nicht einmal näher zu betrachten, Absprachen oder Verhandlungen zu führen, sondern ihn, weil er aus östlicher Richtung kam, sofort zu verwerfen, macht deutlich, wie sehr sich Adenauers Politik an den westlichen Siegermächten und wie wenig an den Interessen der Deutschen orientierte. Diese Haltung brachte ihm schon damals den Titel „Bundeskanzler der Alliierten“ ein.

Sein in diesem Zusammenhang getätigter und schnell bekannt gewordener Ausspruch: „Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb“ ist äußert vielschichtig. Es ging niemals darum, nur eine halbe Souveränität Deutschlands zu erreichen, sondern lediglich, weder dem östlichen noch dem westlichen Bündnis anzugehören. Aber der Ausspruch meinte mehr, als auf den ersten Blick sichtbar. Mit wem wollte Adenauer Deutschland nicht teilen? Mit den Russen? Sie regierten damals den Osten und hätten sich nach Stalins Aussage zurückgezogen.

Den Westen teilten sich Groß Britannien, Frankreich und die USA.
Auch dieses halbe Deutschland war also nicht „ganz“. Befürchtete Adenauer einen Aufschwung der Kräfte in der BRD, die sich vehement gegen eine Remilitarisierung des Staates aussprachen? Hatte er Angst um die Führungsposition seiner Partei? Vermutlich auch das. Von den Oppositionsparteien mal ganz abgesehen, gab es selbst in den eigenen Regierungsreihen nicht nur Zustimmung zu Adenauer. Dies führte nicht nur zu Disziplinierungen und Maßregelungen, sondern ging bis hin zum Ministerrücktritt.

Berliner Mauer mit Graffity

Was die Folge aus dieser unsäglichen Politik war, wissen wir alle, eine 40-jährige Teilung Deutschlands, bezogen auf die Gründungen der BRD und der DDR 1949.

Während Adenauer damals davon ausging, dass diese Teilung nach 10 spätestens 15 Jahren wieder aufgehoben sein würde, lehnte er sich später noch weiter aus dem Fenster, indem er behauptete, sie werde auf jeden Fall weniger als 10 Jahre dauern, da er meinte die östliche Wirtschaft würde sich nicht länger halten können.

Diese Annahme war eine totale Fehleinschätzung, wie sich zeigte.

Vielleicht hätte Adenauer sogar recht behalten und der Vorstoß Stalins hätte sich als ein genialer Schachzug entpuppt, der gar nicht verwirklicht werden sollte. Immerhin war der sowjetische Diktator zu jener Zeit ein mit allen Wassern gewaschener Stratege. Aber das sofortige ungeprüfte Ausschlagen dieser historischen Chance bedeutete einen Verrat an zumindest 17 Millionen Deutschen im Ostteil, für deren Rechte sich die Adenauer-Regierung auch zuständig sah, und an jenen Menschen im Westen, die durch diese Kurzsichtigkeit nahezu eine Generation lang von ihren Familienangehörigen in der DDR getrennt wurde.

In den darauf folgenden Jahren tat Adenauer dann alles, um den Osten möglichst ausbluten zu lassen, die DDR so weit wie möglich zu schwächen und auf diese Weise eine Wiedervereinigung zu beschleunigen.

Das Ergebnis dieser Politik mündete letztendlich in dem Bau der Mauer 1961.

Länger konnte sich der damalige Osten die Abwanderung und gezielte Abwerbung der Arbeitskräfte nicht mehr bieten lassen.
Alles, was dann folgte, kennen wir zur Genüge und soll nicht Bestandteil dieses Beitrags sein.

Wäre es Adenauer denn, wenn er gewollt hätte, möglich gewesen, sich gegen die Westmächte durchzusetzen, um den Vorschlag Stalins zu verwirklichen?
Mit Unterstützung weiter Teile der deutschen Bevölkerung, die er für diesen Plan hätte gewinnen können, vermutlich ja. Noch saß den Menschen der Krieg mit all seinen furchtbaren Erlebnissen, Einschränken, Ängsten und Verlusten in den Knochen.

Vermutlich wäre dann der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland nicht so rasant verlaufen, wie er es im Westen war, weil die nachhaltige Unterstützung gerade durch die USA ausgeblieben wäre. Andererseits hätte sich Deutschland auch aus eigenem Antrieb wieder zu einer starken Wirtschaftsmacht entwickelt, von deren Vorteil, nach allen Seiten offen zu sein, weil neutral, wir bis heute von profitieren würden.

Hieran sieht man wieder einmal, wie allein die Politik und das Vermögen oder Unvermögen einer einzelnen Person, das Schicksal einer Nation und seiner Bevölkerung über Generationen hinweg positiv oder negativ beeinflussen kann.

Für mich jedenfalls war Adenauers Entscheidung zu Stalins Vorschlag, bei allen positiven Dingen, die man ihm möglicherweise zuschreiben kann, ein Verrat an Deutschland und damit der erste Verrat der CDU nach dem Krieg.

Aus diesem Grunde halte ich es auch für völlig überzogen, dass selbst heute noch Straßen und Plätze nach diesem Mann benannt sind, weil ganz einfach der Schaden, den er Deutschland zugefügt hat, wesentlich größer ist, als ein eventueller Nutzen, auch wenn man dies zu seiner Zeit noch nicht voraussehen konnte.

Viele Grüße

euer Didi

 

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