Journalismus in Deutschland – Lügenpresse ja oder nein ?

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Berichterstattung in Deutschland – Lügenpresse ja oder nein ?

Propagandamuehle dreht sich weltweit

Hallo Freunde,

was ist denn nun eigentlich wirklich dran an dem Wort „Lügenpresse“ ?

Besteht es zu Recht im Zusammenhang mit unserer Berichterstattung oder werden die Journalisten und Redakteure ohne Grund beschuldigt?

Auch wenn das harte Wort „Lügenpresse“ nach meiner Ansicht übertrieben ist, sind die Vorwürfe gegen die gegenwärtige Berichterstattung tatsächlich nachvollziehbar.
Allerdings auf eine etwas andere Art, als es dieses Wort suggeriert.

Die Älteren unter uns im Osten erinnern sich noch sehr gut an die DDR-Berichterstattung, deren Lügen und Schönfärberei auf eine sehr plumpe, leicht zu durchschauende, immer wieder stereotype und die gleichen Schlagzeilen verwendende Propaganda setzte. Heute sind die verwendeten „Lügen“ und Desinformationskampagnen wesentlich vielfältiger, raffinierter und damit auch sehr viel wirksamer.

Um dies zu verdeutlichen, hier eine ausgedachte, harmlose Meldung, wie sie ähnlich täglich in den regionalen Medien zu finden ist (jegliche Ähnlichkeit mit einer tatsächlich existierenden Firma wären rein zufällig):

 – Die Getränkekette „Getränke-Heinz“ eröffnete ihre 131. Filiale und beschäftigt damit jetzt über 1000 Angestellte. –
Nichts dagegen einzuwenden, aber nicht zu lesen war:

 – Im Zusammenhang mit der Einführung des Mindestlohnes mussten die Angestellten der Heinz Geiz GmbH (dies ist der Besitzer von Getränke-Heinz) auf 2 Urlaubstage und das Weihnachtsgeld verzichten. Zeitgleich baute sich Heinz Geiz eine neue Villa mit großem Pool, in dem er einen seiner Sattel-Auflieger versenken könnte.
Es sei ihm gegönnt, ich will hier keinen Sozialneid aufkommen lassen.
Trotzdem gehört auch dieser Teil zur Meldung, selbst wenn sie dadurch vielleicht einen leicht bitteren Beigeschmack bekäme.

Dazu hätte man aber recherchieren und nicht nur die von Heinz Geiz zugesandte Pressemeldung kopieren müssen.
Berichtet wurde die Wahrheit, allerdings nur die halbe.

Sicher kann man einerseits den enormen Zeitdruck in den Redaktionsstuben als Verteidigung anführen und andererseits, gerade bei lokalen Medien, die Abhängigkeit von den Anzeigenkunden, gerade bei sinkenden Verkaufszahlen. Sicher hätte die Heinz Geiz GmbH keine Werbung mehr bei dieser Zeitung geschaltet, hätte man auch diesen Teil der Nachricht veröffentlicht.

die große Welt der Printmedien

So harmlos wie oben agiert die „Lügenpresse“ nicht immer.

  1. Reine Lügen kommen eigentlich relativ selten vor, weil sie auf Grund der Vielfalt an möglichen Kommunikationskanälen viel zu leicht zu entlarven sind.
  2. Sehr gut machen sich hingegen aus dem Kontext gerissene Aussagen, die dadurch einen entstellten Sinn ergeben.
  3. Damit im Zusammenhang steht auch das gezielte Weglassen von Teilen einer Nachricht.
  4. Gezieltes Aufbauschen einer negativen Nachricht über Personen und Staaten, die zu Feinden erklärt wurden, verstärkt deren Ablehnung. Positive Meldungen zu ihnen werden dagegen verschwiegen oder nur beiläufig bekannt gegeben.
  5. Dem gegenüber stehen die Verharmlosung oder möglichst klein gehaltene, negative Informationen sowie die Übertreibung bei positiven Meldungen über Verbündete.
  6. Sehr häufig verwendet werden auch nicht bewiesene oder anonyme Aussagen oder Zitate.
  7. Häufig setzt man auf Kommentare, die lediglich die Meinung des einzelnen Kommentators wiedergeben, ohne auf die fehlende Objektivität zu verweisen.
  8. Immer wieder verwendete negative Schlagwörter oder herabwürdigende Namen speziell zu einer Person oder einem Staat, um sie in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Ein Beispiel dafür war, vielleicht sogar berechtigt, in einer konzertierten Aktion der Medien aus Saddam Hussein den „Schlächter von Bagdad“ zu machen.
  9. Gezielte Aufnahme von Journalisten in verschiedene, politisch aktive Organisationen, damit auf diese Weise, deren Ansichten und Ziele in den Medien widergespiegelt werden. Nur als Beispiel: Mitgliedschaft von Chefredakteuren in der „Atlantikbrücke“, einer besonders USA-freundlichen Einrichtung.
  10. Die Selbstzensur (vorauseilender Gehorsam) des Journalisten spielt ebenfalls eine Rolle, also: Was erwartet der Chef? Was ist gut für meinen Job?
  11. Das Vertreten einer in der eigenen Gesellschaftsschicht vorgefassten Meinung ohne jegliche Neutralität oder in der Annahme, diese sei neutral, entwickelt oder bestätigt vorhandene Vorurteile.
    An Hand der Fragestellungen in einem Interview kann man manches Mal schon erkennen, dass der Journalist lediglich seine vorgefasste Meinung bestätigt haben möchte und die Quintessenz des Beitrags oder Artikels schon im Vorfeld feststand.
  12. Sogenannte Think-Tanks (Denk- und Lügenfabriken) befördern in Verbindung mit den Medien die Meinungsmanipulation auf eine neue Stufe.
    Niklas Luhmann (deutscher Soziologe) sagte dazu: „Man finanziert nicht Wahrheiten, sondern Organisationen, die sich um die Feststellung und Erforschung von Wahrheiten bzw. Unwahrheiten mehr oder minder erfolgreich bemühen.“

Auch wenn Journalisten zu den Pressekonferenzen großer Aktiengesellschaften eingeladen sind und dort mit gutem Essen und kleinen Geschenken bedacht werden, hinterlässt dies Spuren, wenn auch hier vielleicht eher unbewusst, frei nach dem Sprichwort: „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe“.
Ich denke viele dieser Punkte haben sich bei uns eingeschlichen, wenn auch nicht alle immer vorsätzlich.

Berichterstattung und Luegen Putin und die Presse

Wer es dennoch wagt, gegen die von Politik, Wirtschaft und Medienimperium verordnete Sichtweise zu schreiben oder zu argumentieren, riskiert eine Abstrafung durch Entlassung oder kaltstellen.

Hier nur einige bekannte Persönlichkeiten als Beispiel dazu:

Peter Scholl-Latour, Gabriele Krone-Schmalz, Udo Ulfkotte, Jürgen Todenhöfer

Von den vielen unbekannten, namenlosen Journalisten werden wir in der Öffentlichkeit ohnehin nichts erfahren. Sie werden, wenn möglich in die rechte Ecke gestellt oder als Verschwörungstheoretiker verunglimpft.

Niemand von uns ist wirklich neutral, auch ihr und ich nicht. Jeder ist das Ergebnis seiner Erziehung, seines Lebensumfeldes und seiner dadurch geprägten Ansichten und Auffassungen.
NEUTRALER würde die Berichterstattung, wenn sich der Journalist seine Vorurteile bewusstmacht, bereit ist, sie ständig zu hinterfragen und sich zu korrigieren.

Reporter damals Horst Schlemmer ist ausgestorben

Ein Beispiel ist vielleicht die Berichterstattung über die AfD.

Unabhängig davon, was ich von dieser Partei halte, aber so lange sie eine legale, in Deutschland zugelassene Partei ist, erwarte ich eine objektive Berichterstattung und nicht nur Hetze, auch wenn sie sich mit unqualifizierten Aussagen so manches Eigentor schießt. Das tun die anderen Parteien gelegentlich schließlich auch.

Hinzu kommt, dass Journalisten oder Reporter gegenüber dem Normalbürger vor allem bei Diskussionen mit ihren Argumenten wesentlich eloquenter und sprachgewandter erscheinen. Dies ist schließlich ihr Metier, dies haben sie gelernt. Allein dadurch werden sie häufig als glaubwürdiger angesehen.

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag heute noch gar nicht veröffentlichen, aber gerade am Anfang dieser Woche, fand ich einen Beitrag von Florian Harms, der den Tagesanbruch-Newsletter bei t-online schreibt.
Vorweg möchte ich sagen, ich liebe seinen Schreibstil und seine oft auch kritischen Beiträge, sonst hätte ich seinen Newsletter nicht abonniert.
Aber hier hatte ich das Gefühl, er schreibt genau das, was ich unseren Journalisten oft vorwerfe, nur mit veränderten Vorzeichen.
Es ging in dem Artikel „Der verlängerte Arm des Kreml“ um die Propaganda, die Russland zur Destabilisierung der westlichen Welt betreibt.

Hier ein Fragment daraus: „… eine geschickte Mischung aus Lügen, Halbwahrheiten und selektiver Hervorhebung von tatsächlichen Geschehnissen“
Hier findet ihr den gesamten Beitrag von T-Online vom 22.10.18

Ich will keineswegs behaupten, dass dies so nicht stimmt.
Die von Russland finanzierten Medien, wie Ruptly, Redfish und InTheNow sowie den wohl bekanntesten Sender „RT deutsch“ (Russia Today) haben ihre speziellen Aufgaben.

die Welt der Medien online und offline

Übrigens den RSS-Feed von RT deutsch habe ich auf meiner Webseite eingebunden, um etwas Abwechslung in die zu oft eintönige hiesige Berichterstattung zu bringen, auch wenn die dort vertretenen Meinungen nicht in jedem Fall mit meinen übereinstimmen müssen.

Meinungsbildung durch Nutzung verschiedener Quellen

Aus all dem Genannten folgt, dass es eine wirklich neutrale Berichterstattung nie gab, es nicht geben wird und wohl auch nicht geben soll.
Wer sich eine eigene Meinung bilden will, muss viele Quellen nutzen, die Sicht konträrer Seiten einbeziehen und oft hilft es, sich zu fragen: „Wem nutzt das?” Welche politischen und vor allem wirtschaftlichen Interessen verbergen sich dahinter?“

Wessen Lieblingsfarbe eher in Richtung „Schwarz“ geht, dem kann man als Quelle für unabhängigere Berichterstattung die oft auch verunglimpfte eher konservative Zeitung „Junge Freiheit empfehlen.
Wessen Lieblingsfarbe doch eher „Rot“ ist, dem empfehle ich die Zeitung Der Freitag.
Merkwürdig, dass alle Medien einen Rückgang der Verkaufszahlen verzeichnen, aber diese Publikationen eher auf Wachstumskurs sind.

Medienkonsum und Bildungsauftrag
Sollten die Medien nicht eigentlich auch einen Bildungsauftrag haben ?

Dennoch möchte ich als Fazit behaupten, dass das Wort „Lügenpresse“ zwar leicht über die Lippen geht, aber dennoch unpassend ist, weil es nicht die Komplexität unserer Berichterstattung widerspiegelt.

In diesem Sinne,
lasst uns misstrauisch und hellhörig bleiben gegen jede Art der Berichterstattung, egal von welcher Seite, alle haben ihre Aufgabe, die es zu erfüllen gilt.

George Orwell hat es so auf den Punkt gebracht:
„Journalismus ist, etwas zu veröffentlichen, was andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda.“

 

Bis demnächst

Euer Didi

 

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